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Höhlen und Grotten in der Sächsischen SchweizHöhlen und Grotten in der Sächsischen SchweizEin Teil des grenzübergreifenden Elbsandsteingebirge ist der einzige Nationalpark in Sachsen - die Sächsische Schweiz. Hier gibt es neben den hohen Sandsteinbergen, die wie überdimensionierte Nadeln in den Himmel ragen, dichten Buchenwäldern und Wildbächen eine große Anzahl von Grotten und Höhlen. Mehrere Hundert große und kleine Höhlen hat man bisher entdeckt, mal ganz abgesehen von den weit überhängenden Felsplatten unter denen man sich zum Teil auch wie in einer Höhle fühlen kann. Auf jeden Fall aber bieten sie einen Schutz bei plötzlich einsetzendem Regen. Aber nun zu den Grotten und Höhlen. Hier in der Sächsischen Schweiz gibt es wohl die größte Ansammlung solcher Gebilde auf einem Haufen. Entdeckt und erforscht hat man mittlerweile rund 400. Dabei unterscheidet man zwischen Schichtfugenhöhlen - entstanden durch Gesteinsauflösung und Abtragung (Korosion und Erosion) und den Klufthöhlen - entstanden durch tektonische Gebirgsbewegungen. Sie kennen sicher alle eine Tropfsteinhöhle mit den wunderschönen Gebilden von Stalaktiten und Stalagmiten. Solche Gebilde gibt es hier in den Höhlen nicht. In den Höhlen und Grotten der Sächsischen Schweiz gibt es nur sehr geringe Ablagerungen und das sind dann mehr kalkhaltige Sinterbildungen. Trotzdem haben Höhlen natürlich immer etwas Geheimnisvolles. Fast jeder hat das Bedürfnis eine Höhle oder Grotte zu betreten bzw. zu besteigen. Ein bisschen unheimlich, kalt und fremd - das reizt. Aber eines sei von vornherein gesagt: Gehen Sie niemals allein in eine Höhle. Betreten Sie eine Höhle möglichst nur mit sachkundiger Führung. So schön und bezaubernd sie auch sind - sie bergen auch Gefahren. Und noch ein ganz wichtiger Hinweis: Verhalten Sie sich in den Höhlen besonnen, bleiben Sie auf den festgelegten Routen und stören Sie nicht die hier lebenden Kleinlebewesen. Vor allem aber belästigen Sie die hier zum Teil lebenden bzw. schlafenden Fledermäuse nicht - etwa durch Anleuchten mit der Taschenlampe. Lichtquellen sollten ausschließlich elektrisch sein. Offene Flammen wie z.B. Kerzen oder Fackeln bilden Ruß und damit Ablagerungen, die den Organismus hier stören. Außerdem kann nicht überall der Rauch abziehen. Beim Begehen einer Höhle sollte sich auch jeder bewusst - ein Vorwissen und vielleicht Erfahrung im alpinen Bergsteigen ist von Vorteil und Menschen, die unter Klaustrophobie leiden (Platzangst) sollten niemals eine Höhle betreten. Wenn Sie Ihre persönlichen Grenzen kennen und sich fit fühlen, dann gilt es noch eine passende Ausrüstung zu haben. Dazu gehört gutes Schuhwerk - möglichst hohe Wanderstiefel, Taschenlampen - am besten eine LED Stirnleuchte, derbe Kleidung die auch mal Schmutz vertragen kann, Kletterseile und -gurte und vielleicht einen Helm. Gut gerüstet und organisierten Gruppen, möglichst mit der schon erwähnten sachkundigen Führung, kann das Abenteuer beginnen. Alle Höhlen und Grotten hier vorzustellen würde den Rahmen sprengen. So haben wir einige sehr interessante heraus gesucht - ganz ohne Wertung. Finden Sie einfach Ihre ganz persönliche Lieblingshöhle. Die Bellohöhle Durch eine eingestürzte Felsgruppe ist diese sog. Blocktrümmerhöhle entstanden. Sie soll ca. 40 m lang sein und hat mehrere Zimmer, Hohlräume die übereinander liegen und durch Stollen miteinander verbunden sind, ein kleiner Irrgarten. Dieser im Pfaffensteinmassiv liegenden Höhle wird der Schwierigkeitsgrad mittelschwer zugeordnet und es gibt einige sehr enge Stellen. Obere Bielatalhöhle Hierbei handelt es sich um eine recht kleine Höhle. Das sog. Mundloch - so wird der Eingang in eine Höhle genannt - ist mit 40 cm recht eng und nach ca. 5 m geht es dann nach unten - zum unteren Mundloch. Striptease Höhle Ein recht ungewöhnlicher Name für eine tektonische Klufthöhle. Aber dieser Name hat seine Berechtigung. Es gibt hier einen rund 6 m langen Schlupf, den man am besten rücklings durchkriegt und ein sehr enges Mundloch. Es kann durchaus mal vorkommen, dass man sich die Hose abstreift - also ungewollt Striptease macht. Tiefe Höhle Das Mundloch führt ungefähr 2 m hinein, bevor es dann leicht abfallend in einen Eisraum geht. Weiter über einen recht engen Abstieg in einen kleineren Raum. Diese Höhle eignet sich für einen Ausflug mit der ganzen Familie, allerdings sind Seile schon ratsam. Bennohöhle Eine Einsturzhöhle im Bielatal. Unbedingt eine Taschenlampe mitnehmen, damit alle Winkel auch richtig erkundet werden können. Diebskeller am Quirl Dies ist die beeindruckenste und größte Höhle der Sächsischen Schweiz. Sie ist 29 m lang und bis zu 8 m breit und erreicht eine Höhe zwischen 2 und 4 m. Immerhin kommt sie auf über 230 m2 auf 2 Etagen. Im großen Raum gibt es einen steinernen Tisch aus dem Jahr 1755. Hier haben damals hochherrschaftliche Jagdgesellschaften gefeiert. Heute wird dieser Raum oftmals zum Boofen benutzt. Eine Boofe - abgeleitet von pofen gleich schlafen - ist eine Übernachtungsstelle im Freien bzw. in einem geschützten natürlichen Raum. Leider wird dabei auch illegal Feuer gemacht und das schadet der Höhle. Der Sandstein ist schon schlimm verrußt. Rund um den Quirl - einem der vielen Tafelberge hier - gibt es noch mind. 13 weitere Höhlen, auch in unmittelbarer Nachbarschaft des Diebskeller. Wanderwege führen von einer Höhle zur anderen. Gautschgrotte Nicht unbedingt sofort zu sehen ist diese Grotte. Den Rahmen bildet eine 18 m hohe Felswand die große Überhänge hat. Bizarre Eisgebilde im Winter und ein üppig grüner Moosteppich machen diese Grotte etwas mystisch. Heringshöhle Nein, hier gibt es keine Heringe. Es war vielmehr Gustav Hering der 1899 diese Höhle entdeckte und für die Öffentlichkeit zugänglich machte. Hickelhöhle Erreicht man das Ende der Hickelschlucht hat man einen zauberhaften Blick auf die Hickelhöhle. Es ist eine Schichtfugenhöhle von 14 m Länge. Sehr beliebt bei den Wanderern als Rastplatz und auch als Schutz vor Regen, bevor sie weitergehen um den Aufstieg nach Hinterhermsdorf zu wagen. Wie schon erwähnt - es handelt sich hier nur um einen kleinen Ausschnitt aus der Vielfältigkeit der Höhlen. Und zum Schluss sei noch einmal erwähnt - man kann es nicht oft genug tun: Höhlen sollten grundsätzlich nicht im Alleingang betreten werden! Und Höhlen sollten sehr umsichtig besucht werden, um die hier lebenden Tiere und die über jahrhundertelang gewachsenen Pflanzen - und seien sie auch noch so unscheinbar - zu schützen. Aber eine Wanderung durch die Sächsische Schweiz und ganz speziell eine Höhlenwanderung ist schon ein besonderes Erlebnis - das sollte man sich nicht entgehen lassen! |